Wie alles anfing

Soziale Missstände nach außen tragen

Diese Ausstellung wurde von einer Arbeitsgruppe erstellt, der Vertreter*innen aus dem Gesundheitsbereich, der Psychiatrie, der Sozialen Arbeit und der Bildung angehören.

 

Die Gruppe hat sich im Nachgang zu einer Tagung der Hochschule Emden/Leer zum Thema „Widerstand gegen die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit, der Pädagogik und des Gesundheitsbereiches“ (2014) zusammengefunden, und die Idee einer Wanderausstellung zu dieser Thematik entwickelt. Es geht ihr darum, für die Öffentlichkeit, für Betroffene und Mitarbeiter*innen Erfahrungen mit den Auswirkungen des Neoliberalismus begreifbar zu machen sowie Zusammenhänge und Hintergründe zu verdeutlichen.

Die Gruppe arbeitete insgesamt knapp drei Jahre ehrenamtlich und mit viel zeitlichem und persönlichem Aufwand an der Entwicklung des Konzeptes und den konkreten Tafeln. 

Mitarbeiter*innen mitbetroffen

Die Verwerfungen und Schieflagen, die die Ideologie und Politik des Neoliberalismus seit vielen Jahren im Alltag der Menschen, und besonders deutlich in den Berufsfeldern der Bildung, des Gesundheitswesens und der Sozialen Arbeit angerichtet haben, sollen in Bild- und Texttafeln sowohl veranschaulicht als auch einer kritischen Sicht zugänglich gemacht werden. Es soll gezeigt werden, wie weit neoliberale Sichtweisen bereits wie selbstverständlich in vielfältige Lebens- und Arbeitsbereiche eingedrungen sind. Ein Anliegen ist es auch, darauf hin zu weisen, dass nicht nur die Menschen, die auf Hilfe und Unterstützung oder Bildung  angewiesen sind, unter diesen Verhältnissen leiden, sondern ebenso die Mitarbeiter*innen, die in entsprechenden Einrichtungen und Arbeitsfeldern tätig sind. Sie spüren sehr genau, dass Menschliches und Zwischenmenschliches in Gefahr gerät, wenn das Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen dem neoliberalen Wirtschaftsmodell unterworfen wird und Menschen zu Marktobjekten werden.

Flagge zeigen

Die Autor*innen der Ausstellung vertreten die Meinung, dass für die beschriebenen Schieflagen nicht die Einrichtungen, nicht die Mitarbeiter*innen und auch nicht deren Vorgesetzte verantwortlich sind. Die Verantwortung liegt vielmehr bei einer Politik, die zulässt, dass Lebens- und Arbeitszusammenhänge ihrem eigentlichen Wesen und Auftrag entfremdet werden, indem sie einem Wirtschaftsmodell, das primär auf Konkurrenz und Wettbewerb beruht, unterworfen werden.Es darf jedoch nicht dabei bleiben, die Lage lediglich zu beklagen.

Vielmehr soll die Ausstellung Mut machen für einen anderen gesellschaftlichen Weg: Die letzten Ausstellungstafeln weisen auf Handlungsmöglichkeiten hin, die dazu beitragen können,  den zerstörerischen Entwicklungen Einhalt zu gebieten und im Miteinander neue Wege zu beschreiten.